Kontaktlinsen-Werte-und-Parameter

Hier finden Sie Informationen zu den Parametern von Kontaktlinsen.
 
Achten Sie bitte bei der Auswahl der Stärke auf die Vorzeichen Plus (+) oder Minus (-)
  
Stärke

(PWR, D, SPH) Dies ist die Grundstärke einer Kontaktlinse oder eines Brillenglases. Bei Kurzsichtigkeit wird dieser ein Minuszeichen (-), bei Weitsichtigkeit ein Pluszeichen (+) vorangestellt.
 
Zylinder

(CYL) Auch Cylinder, Astigmatismus oder Hornhautverkrümmung genannt. Wird immer in Minus (-) angegeben. Sollte auf Ihrem Kontaktlinsenpass kein Vorzeichen stehen oder ein Pluszeichen (+), dann rufen Sie uns bitte an.
 
Achse

(A, AX, AXIS) Gibt die Lage der Hornhautverkrümmung (cyl.) an. Sie wird im Bereich von 0° bis 180° angegeben. Wird immer in Verbindung mit dem Zylinder verwendet.

Addition

(ADD) bezeichnet die Addition bei Bifokal- und Multifokallinsen. Dies sind Kontaktlinsen die nicht nur eine Kurz- oder Weitsichtigkeit ausgleichen, sondern auch ein gutes Sehen in der Nähe ermöglichen (dies ist wichtig für Kontaktlinsenträger ca. ab dem 40. Lebensjahr).
 
Durchmesser

(DIA) Dies ist die Größe der Kontaktlinse. Liegt bei weichen Kontaktlinsen zwischen 13.00 und 14.80 mm. Bei harten Kontaktlinsen i. d. R. kleiner 10.00 mm
 
Basiskurve

(BC) Auch Radius genannt. Gibt die Krümmung oder Wölbung der Kontaktlinse an. Niedrige BC-Werte stehen für stärker gekrümmte Linsen, die sich dann besser an kleinere Augen anpassen können. Hohe BC-Werte stehen somit für flacher gekrümmte Kontaktlinsen.
Für einige Kontaktlinsen gibt es bis zu drei verschiedene BC-Werte, dafür bieten manche Hersteller Ihre Linsen nur in einem Standardwert an.
Der für den Kontaktlinsenträger passende Wert wird bei der Anpassung der Linsen durch den Augenartzt oder Optiker bestimmt.

Kontaktlinsen, Wassergehalt

Der Kontaktlinsen, Wassergehalt gibt den genauen Anteil des in der Kontaktlinse enthaltenen Wassers an. Er steht in engem Zusammenhang mit der Sauerstoffdurchlässigkeit. Ein höherer Wassergehalt steht auch für eine höhere Sauerstoffdurchlässigkeit, da die Sauerstoffmoleküle durch das Wasser in der Kontaktlinse zum Auge hin transportiert werden können. Die Sauerstoffdurchlässigkeit ist jedoch auch in großem Maße von der Stärke der Linse abhängig. So kann man keine eindeutigen Aussagen in der Verbindung mit dem Kontaktlinsen, Wassergehalt festlegen. Das Auge hat immer die natürliche Bestrebung die Feuchtigkeit auszugleichen. So sind Kontaktlinsen mit einem geringeren Wassergehalt besser für trockene Augen geeignet, auch wenn das vielleicht paradox klingen mag. Bei Kontaktlinsen mit höherem Wassergehalt würde die Linse in trockenen Augen mit der Zeit austrocknen und dadurch erheblich den Tragekomfort schmälern.
 
Sollten Sie Stärken benötigen, die ausserhalb des normalen Lieferbereiches liegen, können Sie diese im Bemerkungsfeld eintragen, das im Verlauf der Bestellung angezeigt wird.
Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, können Sie uns auch vor Ihrer Bestellung anrufen. Wir beraten Sie gern!

 

Linsentypen

Weiche Kontaktlinsen
Weiche Kontaktlinsen sind flexibel und passen sich der Form der Hornhaut an. Der Durchmesser liegt üblicherweise zwischen 12 und 16 mm, der Linsenrand liegt daher bei geöffnetem Auge unter dem Lidrand. Die Tragedauer von weichen Kontaktlinsen variiert von Tages-, über 14 Tages-, über Monats- bis zu Jahreslinsen.
 
Hydrogellinsen
Hydrogellinsen bestehen aus einem hydrophilen Polymer und Wasser, je nach Linse in einem Massenverhältnis von etwa 1:1. Solche Polymere sind z. B. Ocufilcon oder Omafilcon, eine ganze Reihe weiterer, ähnlicher Materialien sind von der FDA zugelassen. Das Polymer dieser Kontaktlinsen ist nicht sauerstoffdurchlässig. Der Sauerstofftransport erfolgt vielmehr per Diffusion durch das in der Linse enthaltene Wasser. Deshalb ist die Sauerstoffdurchlässigkeit dieser Kontaktlinsen im Allgemeinen umso höher, je größer der Wasseranteil ist. Auf diese Weise können Sauerstoffdurchlässigkeiten von bis zu 30 Dk erreicht werden.
 
Silikonhydrogellinsen
Für das mehrtägige Tragen sind höhere Sauerstoffdurchlässigkeiten nötig, um eine Schwellung der Hornhaut (insbesondere über Nacht) zu verhindern. Aus diesem Grund wurde 1999 die erste Linse aus einem sog. Silikonhydrogel eingeführt (Balafilcon), die bis zu einem Monat ununterbrochen getragen werden kann. Dabei handelt es sich um die Mischung aus einem hydrophilen sauerstoffundurchlässigen Polymer, einem hydrophoben hochsauerstoffdurchlässigen Silikonpolymer, und Wasser. Durch die Silikonpolymere können Sauerstoffdurchlässigkeitswerte von deutlich über 100 Dk erzielt werden.
 
Allerdings hat die hydrophobe Oberfläche dieser Materialien den Nachteil, dass die Linsenoberfläche im Auge schlechter benetzbar ist, was zum Teil durch zusätzliche Oberflächenbehandlungen ausgeglichen werden muss. Ein weiterer Nachteil, der für die höhere Sauerstoffdurchlässigkeit in Kauf genommen werden muss, ist die höhere Steifigkeit von Silikonhydrogellinsen im Vergleich zu Hydrogellinsen. Dadurch können unter Umständen leichter mechanische Reizungen des Auges auftreten. Die Kontaktlinsenhersteller arbeiten aber stetig an neuen Materialien, um die genannten Probleme zu reduzieren. So sind inzwischen Silikonhydrogele erhältlich, die auch ohne Oberflächenbehandlung eine relativ gute Benetzbarkeit aufweisen (z. B. Comfilcon).

Formstabile (harte) Kontaktlinsen
1976 kamen die ersten sauerstoffdurchlässigen, formstabilen Kontaktlinsen auf den Markt. Der Durchmesser liegt üblicherweise zwischen acht und zehn Millimetern. Sie schwimmen beweglich auf einem Tränenfilm. Durch Weiterentwicklung der Kunststoffe weisen heutige formstabile Kontaktlinsen Sauerstoffdurchlässigkeiten im Bereich von 30 bis 100 Dk auf.
Ein großer Teil des Sauerstofftransports zur Hornhaut verläuft so durch das Linsenmaterial hindurch. Ein leichter Astigmatismus kann durch die Formstabilität in Verbindung mit dem unter der Linse liegenden Tränenfilm ausgeglichen werden. Optimierte Messmethoden und günstigere Formgestaltung der Kontaktlinsen sowie komfortablere Materialien konnten die Verträglichkeit gegenüber den ersten formstabilen Kontaktlinsen verbessern.


Linsenfunktionen

Kontaktlinsen zur Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit
Die gebräuchlichsten Kontaktlinsen werden zur Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit verwendet. Hierbei werden sphärische Linsenformen, asphärische Linsenformen, oder sphärische Linsenformen mit asphärischem Randbereich eingesetzt.
 
Torische Kontaktlinsen
Mit torischen Kontaktlinsen wird eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) korrigiert. Neben dem Dioptrienwert müssen bei der Herstellung noch die Werte für Achse und Zylinder des Astigmatismus berücksichtigt werden. Die Hornhautverkrümmung wird durch zylindrische Parameter ausgeglichen. Die Linse muss dazu in einer definierten Position sitzen. Dies wird durch verschiedene Methoden erreicht, die eine sorgfältige Anpassung erfordern.
 
Kontaktlinsen zur Korrektur von Alterssichtigkeit
In der vierten Lebensdekade verliert das menschliche Auge allmählich die Fähigkeit, sich auf nahe Entfernungen einzustellen. Diese Erscheinung bezeichnet man als Alterssichtigkeit oder Presbyopie. In seltenen Fällen kann durch krankhafte Veränderungen oder Verletzungen des Auges bereits früher eine Nahkorrektion erforderlich sein. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kontaktlinsen, mit denen immer nur das Sehen in der Ferne oder Nähe korrigiert werden kann, bieten seit 1982 Multifokallinsen die Möglichkeit des deutlichen Sehens in unterschiedlichen Entfernungen. Multifokallinsen werden in segmentförmige Bifokallinsen oder konzentrische Multifokallinsen eingeteilt. Eine Sonderform stellt die Monovisionstechnik dar. Welcher Linsentyp verwendet wird, ist abhängig von den physiologischen Gegebenheiten und von der Art der Anwendung. Multifokallinsen werden sowohl als formstabile Kontaktlinsen als auch als weiche Kontaktlinsen hergestellt.
 
Segmentförmige Bifokallinsen
Dieses Herstellungsprinzip, das man auch als alternierendes (abwechselndes) System bezeichnet, besteht in der Regel aus zwei segmentförmigen optischen Zonen unterschiedlicher Wirkung. Beim Blick in die Ferne sieht das Auge durch die obere – für die Ferne korrigierende – optische Zone. Beim Blick in die Nähe wird das Auge nach unten gedreht, die Kontaktlinse wird jedoch durch den Einfluss des Unterlides nach oben geschoben und man sieht durch die Nahzone.
 
Kosmetische Kontaktlinsen
Farbige oder bemalte Kontaktlinsen (Motivlinsen) dienen überwiegend ästhetischen oder kosmetischen Zwecken. Eine medizinische Indikation für farbige Kontaktlinsen (Irislinsen) liegt bei Lichtempfindlichkeit vor. Ihre optischen Funktionen sind schlechter als die konventioneller Kontaktlinsen. Es gibt sie in allen gängigen Farben und Motiven, so zum Beispiel mit Reptil- oder Manga-Motiven, die zu Karneval, Halloween und Mottopartys vermehrt an Beliebtheit gewinnen.